Kein Schweizer Exploit

10.12.2005 - Lorenz Liechti:

Kein Schweizer Exploit am dritten Finalnachmittag der Kurzbahn-EM Keiner der drei Schweizer Athleten, die sich am Samstagmorgen für die Halbfinals qualifizierten, konnte richtig überzeugen. Alle drei steigerten sich zwar gegenüber dem Vorlauf, das entscheidend Quäntchen Glück fehlte jedoch allen, um in die Finals vorzustossen. Remo Lütolf verpasste den Final als 10. nur um sieben Hundertstel. In 27.44 bleib er allerdings vier Zehntel über seinem Schweizer Rekord, den er vor zwei Jahren am gleichen Anlass aufstellte. ?Gut ist anders? kommentierte der Rheintaler sein Rennen. ?ich lag tief im Wasser und die Wende ging nicht perfekt auf. So ist es schnell passiert in einem 50er?. Auch Alain Tardin musste sich am Ende mit einem 10. Rang zufrieden geben. Er erreichte eine Zeit von 55.20, was seine Erwartungen gar nicht erfüllte. Mit seiner Bestzeit von 54.67 gehörte er wie Lütolf zu den Finalkandidaten. ?Ich wollte unbedingt in den Final und bin enttäuscht, dass es nicht geklappt hat?, sagte der in Südafrika lebende Tardin nach dem Rennen. Carla Stampfli schliesslich verbesserte ihre Zeit vom Vorlauf um fast zwei Zehntel, was aber nicht genügte um unter die besten Acht zu kommen. Dazu wäre eine Zeit unter 28 Sekunden nötig gewesen, was sowohl deutlich unter der Bestzeit der Solothurnerin wie auch unter dem Schweizer Rekord von Dominique Diezi lag. Stampfli belegte in der Endabrechung Rang 15. Alle drei verpassten damit auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaften auf der Kurzbahn von Anfangs April in Shanghai. Dafür sind erstmals keine Limitezeiten gefordert sondern die Finalqualifikation. Auch am dritten Finalnachmittag fielen weitere Rekorde. Die eindrücklichste Leistung zeigte Laure Manaudou (FRA), die nach ihrem Weltrekord über 800m von gestern auch jenen über die halbe Distanz verbesserte. In 3.56.79 blieb die 19-jährige fast drei Sekunden (!) unter der alten Bestmarke von Lindsay Benko (USA) aus dem Jahr 2003. In der Königsdisziplin 100m Freistil der Männer verbesserte der einheimische Filippo Magnini seinen gestern im Halbfinal aufgestellten Europarekord um drei Hundertstel auf 46.52. Damit gewann ?Pippo? die erste, vom Publikum lautstark geforderte, Goldmedaille für die Gastgebernation. Wie gestern in der Freistilstaffel stellten die Holländerinnen zum Abschluss des Tages auch in der 4x50m Lagenstaffel einen neuen Weltrekord auf. Das Quartett verbesserte die eigene Bestmarke vom Vorjahr um 77 Hundertstel auf 1:47.44. Allerdings war der Sieg hart erkämpft, lagen die Deutschen doch bis wenige Meter vor dem Ziel in Führung. Erst Marleen Veldhuis machte mit einer eindrücklichen Abschnittszeit von 23.26 alles klar. Einen heiklen Entscheid fällten die Schiedsrichter im Vorlauf über 50m Brust der Männer. Romanos Alyfantis, der gestern sehr überraschend die Silbermedaille über 100m gewann, wurde wegen irregulärem Stil disqualifiziert. Die Videoaufnahmen von unserem Spezialisten für Wettkampfanalyse Peter Herzig bestätigten, was die Richter ohne Slow-Motion entscheiden mussten: der Grieche schwimmt mit einer extremen Delfinbewegung. Dabei endet der Beinschlag mit einem von aussen schwer zu erkennenden Delfinkick abwärts, was nicht erlaubt ist. Für den Beobachter stellt sich nun höchstens die Frage, ob Alyfantis über Nacht seine Technik geändert hat oder ob er gestern unverdient auf dem Podest stand. Das Publikum jedenfalls hatte gestern diesen Eindruck, was durch ein Pfeiffkonzert bei der Siegerehrung kundgetan wurde. Die 9. Europameisterschaften auf der Kurzbahn in Trieste finden am Sonntag ihren Abschluss. Für die Schweiz im Einsatz sind morgen nur noch Gerry Strasser über 200m Freistil und die Herrenstaffel über 4x50m Freistil.

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