Erfolge auf breiter Basis

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Vom Trainingslager in der Stadt Genf direkt nach Ungarn: Das Schwimmteam am EYOF (Foto: Benjamin Blaser)

Der Schweizer Schwimmnachwuchs überzeugte an den Junioren EM (JEM) und am European Youth Olympic Festival (EYOF)

Das Nationalkader verfügt gerade bei den 15- bis 18-jährigen Junioren über eine äusserst erfreuliche Breite. 18 neue Schweizer Jahrgangsrekorde wurden an den beiden Grossanlässen von sieben Athletinnen und Athleten aufgestellt. Zwei weitere schwammen mit der Staffel einen Jahrgangsrekord. Und die Schweiz hat mit Thierry Bollin, Antonio Djakovic und Noè Ponti gleich drei aussergewöhnliche Talente in ihren Reihen. Sie gewannen insgesamt sechs Medaillen.

Der Schweizerische Schwimmverband hat seine Zielsetzungen an JEM und EYOF grösstenteils erreicht. Er ist mit dem Gesamtresultat sehr zufrieden. Bewährt hat sich sein Limitensystem; wer Bestleistungen abrufen kann, hat eine Chance auf eine Top 16-Platzierung (Halbfinal). Auch positive Erfahrungen machte man mit dem neuen Verbands-Trainingslager im Mai. Dieses sowie die Saisonplanung zeigten den gewünschten Effekt aufs Team, die Einstellung und die Fokussierung auf den Tag X. Eine absolute Notwendigkeit, müssen doch am Morgen Bestleistungen geschwommen werden, wenn man in den Finals am Nachmittag starten will.

Sehr gut funktionierte die Zusammenarbeit innerhalb des Betreuerteams, mit den Coachs an den Events und den Coachs in den Vereinen. An dieser Stelle ein Dankeschön an die Leading Coachs und Massnahmen Coachs.

 

Junioren-Europameisterschaft in Netanya, Israel

Für das Schweizer Junioren-Nationalteam verlief die Europameisterschaft vom 30. Juni bis 2. Juli 2017 sehr erfolgreich. Fast alle Athleten schafften es, ihre Bestleistung abzurufen. In 27 von 52 Einsätzen stellten sie persönliche Bestzeiten auf, ein sehr guter Wert. Die durchschnittliche Leistung betrug 100.3 %. Auch dies ist als sehr positiv zu werten.

Über 100 m Rücken gewann Thierry Bollin vom SK Bern Bronze. Es war erst die vierte Medaille für die Schweiz an einer JEM in den letzten zehn Jahren. Gleichzeitig stellte der 17-Jährige mit 54.92 einen neuen Schweizerrekord auf (bisher 55.21, J. Massacand, 10.8.2008).

Thierry Bollin und Noè Ponti zogen in fünf Einzelrennen in den Final ein. Weiter erreichten drei Staffelteams die Finals. Letztmals gab es für die Schweiz 2009 in Prag ähnlich viele Finalplätze (6). Schön, dass Bollin und Ponti noch 1-2 Mal an einer JEM teilnehmen können. Mit ihnen sorgten Antonio Djakovic, Roman Mityukov und Alex Ogbonna für insgesamt neun Halbfinaleinzüge und neun Jahrgangsrekorde in Einzelrennen. Hinzu kam der Jahrgangsrekord der Junioren-Staffel 4x 200 m Freistil in der Besetzung Djakovic, Terner, Bodmer, Ponti.

Das Niveau der JEM war hoch. Es fielen vier Juniorenweltrekorde, zwei Europarekorde der Junioren und neun Meisterschaftsrekorde. Am Anlass nahmen 475 Athleten aus 41 Ländern teil. Das Schweizer Team umfasste 13 Schwimmerinnen und Schwimmer.

Alle Schweizer Resultate in Netanya

 

European Youth Olympic Festival in Györ, Ungarn

Im Rahmen des EYOF nahmen 48 Nationen an den Schwimmwettkämpfen teil. Der Schweizerische Schwimmverband stellte Ende Juli mit einem 16-köpfigen Team die grösste Delegation aller Zeiten. Dank fünf Medaillengewinnen wurde es für ihn mit Abstand das erfolgreichste EYOF seit der ersten Austragung im Jahr 1997. Noè Ponti gewann über 100 m Delfin und 200 m Lagen Silber sowie über 200 m Delfin Bronze. Mit zwei Bronzemedaillen kehrte Antonio Djakovic zurück (200 und 400 m Freistil).

Die Schweizer Juniorinnen und Junioren waren für 20 persönliche Bestzeiten besorgt. Bei 37 Starts ergibt dies eine hohe Quote von 54.1 %. Besonders hervorzuheben sind Antonio Djakovic, Noè Ponti, Samira Arnold, Eva Geilenkirchen und Carina Patt. Sie unterboten bei jedem ihrer Einsätze ihre persönliche Bestzeit. Die durchschnittliche Leistung der Schweizer Athleten am EYOF betrug 99.4 %. Sie lag damit fast ebenso hoch wie an der JEM.

In Györ wurde auch die internationale Entwicklung im Schwimmsport sichtbar. Das Niveau bei den Juniorinnen und Junioren steigt stetig an und es ist zu erwarten, dass die Leistungsdichte weiter zunehmen wird. 24 Meisterschaftsrekorde wurden aufgestellt. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Alterskategorie der Mädchen um ein Jahr nach oben verschoben worden. Dies hat zu einem Anstieg des Niveaus aber auch zu einer grösseren Breite geführt. Das Schweizer Team erzielte insgesamt neun Jahrgangsrekorde. Neben den beiden Medaillengewinnern stellten auch Neis Gorgerat und Carina Patt in den Freistilrennen über 50 und 100 m neue Bestmarken auf.

Insgesamt gabs für die Schweiz sechs Finalplätze und fünf Halbfinalplätze. Djakovic und Ponti, die sich gegenüber der JEM nochmals steigern konnten, qualifizierten sich je drei Mal für einen Final. Beeindruckend: Sie schafften in fünf dieser sechs Rennen den Sprung aufs Podest. Ihre Erfolge sind auch ein Leistungsausweis für ihre Trainer Arpad Petrov und Massimo Baroffio.

Neben den beiden gelang auch Fabian Kempf, Marianne Müller (beide SC Uster Wallisellen) und Carina Patt vom SC Wädenswil je eine Halbfinalqualifikation. Am EYOF werden nur in den 100-Meter-Rennen Halbfinals ausgetragen. In allen anderen Vorläufen qualifizieren sich die acht Schnellsten direkt für den Final.

Alle Schweizer Resultate in Györ